Schmotzer-Hacktechnik

Integrierter Pflanzenbau wieder im Fokus
Die Zukunft des Pflanzenschutzes besteht aus einer Kombination von vielen Maßnahmen. Angefangen bei den Anbauverfahren, über die Aussaat, die Sortenwahl, die Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Untersaaten usw. So wird beispielsweise direkt nach der Ernte ein großer Stellenwert auf der flachen Bodenbearbeitung liegen, um hier eine möglichst hohe Auflaufrate an Ausfallgetreide und Unkräutern zu bekommen. 

Es wird auch dazu führen, dass es zur mechanischen Unkrautbekämpfung zwischen der Stoppelbearbeitung und Grundbodenbearbeitung einen zusätzlichen flachen Bodenbearbeitungsgang gibt. Die Grundbodenbearbeitung wird wieder intensiver werden, möglich, dass unter gewissen Bedingungen der Pflug wieder vermehrt zum Einsatz kommt.

Bei der Aussaat spielen dann optimale Aussaatbedingungen und eine präzise Saatgutablage eine große Rolle, um die Jugendentwicklung zu fördern. Unter gewissen Bedingungen kann dann ein engerer Reihenabstand zum schnelleren Reihenschluss oder eine gezielte Untersaat eine wichtige Rolle spielen, um das Auflaufen der Unkräuter zu unterdrücken.

Ein anderer Ansatz ist hingegen die Erhöhung der Reihenabstände, um dazwischen eine mechanische Unkrautbekämpfung durchzuführen. Das Hacken von Getreide ist definitiv ein Trend im Biolandbau.

Eine wichtige Rolle für einen erfolgreichen Pflanzenbau hat in Zukunft die Pflanzenzüchtung. Der Ackerbau braucht sehr gesunde Sorten, die eine schnelle Jugendentwicklung haben. Ertrags- und Qualitätssicherheit steht hier vor absolutem Maximalertrag. Das seit vielen Jahren bekannte Thema des „integrierten Pflanzenbaus“ rückt wieder zunehmend in den Fokus.

Zukünftige technische Lösungen des Pflanzenschutzes
Bei den direkten Pflanzenschutzmaßnahmen wird es je nach Anwendung und Kultur immer eine Mischung aus mechanischem und chemischem Pflanzenschutz geben, wobei die mechanische Unkrautbekämpfung, dank sehr exakter Kamera- und Steuerungstechnik und damit verbundener Leistungssteigerung, zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Die zunehmende Bedeutung der Hacke im Bereich des intelligenten Pflanzenschutzes hat AMAZONE dazu veranlasst, die Hacktechnik der Firma Schmotzer zu übernehmen und von der langjährigen Kompetenz im mechanischen Pflanzenschutz zu profitieren.

Die Kombination aus Hacke und Bandspritzung ermöglichen einen sauberen Bestand bei einer Einsparung von 40 bis 60 % an Pflanzenschutzmitteln. Die Bandspritzung kann kombiniert mit der Hacke in einem Arbeitsgang erfolgen oder absetzig mit der gezogenen Spritze UX und der Düsenschaltung AmaSelect Row in einem zweiten Arbeitsgang. An dieser Stelle werden die Kompetenzen von Schmotzer und AMAZONE perfekt miteinander kombiniert.

Aber auch der klassische chemische Pflanzenschutz wird zukünftig eine wichtige Bedeutung behalten. Doch der Anspruch an Präzision bis hin zur Einzelpflanzenbehandlung wird zunehmen. So bietet AMAZONE mit der Einzeldüsenschaltung AmaSwitch bzw. AmaSelect in Verbindung mit der automatischen Düsenabschaltung GPS-Switch, ein System an, mit dem durchschnittlich zwischen 8 bis 10 % an Pflanzenschutzmitteln durch gezieltes Abschalten am Vorgewende und in Keilen eingespart werden können. Mit den zur Agritechnica vorgestellten weiteren Ausbaustufen der Einzeldüsenschaltung AmaSelect mit den Funktionen AmaSelect Row, AmaSelect CurveControl und AmaSelect Spot kann die Präzision weiter gesteigert und Pflanzenschutzmittel eingespart werden. 

Mit der UX AmaSpot und dem SmartSprayer-Projekt zeigt AMAZONE Lösungen, die die gezielte Behandlung bis zur Einzelpflanze ermöglichen. In Verbindung mit dem AmaSense Weather können dann sogar die Prognosemodelle perfektioniert werden und der Behandlungszeitpunkt optimiert werden.

Zukünftig kann der mechanische und chemische Pflanzenschutz teilweise auch durch Feldroboter übernommen werden, wie beispielsweise das Bonirob-Projekt sehr gut zeigt.

Hacktechnik: Ein wichtiger Bestandteil im Pflanzenschutz
Mit der Übernahme der Schmotzer-Hacktechnik besitzt die AMAZONE Gruppe nun ein weiteres wichtiges Standbein für den Pflanzenschutz der Zukunft. Das Portfolio umfasst Hacken für den Heck-, Front- oder Zwischenachsanbau bis 9 m Arbeitsbreite und Reihenweiten von 16 cm bis 200 cm. Dank Kameratechnik sind heute Fahrgeschwindigkeiten bis 15 km/h ohne Probleme möglich. Bereits Reihenabstände ab 12,5 cm können durch die Kamera erkannt werden. Der neue Parallelverschieberahmen ermöglicht präzise Hackarbeit auch mit großen Arbeitsbreiten in steilen Hanglagen mit bis zu 40 % Steigung.

Im Bereich der Hacken wird auf Grund der steigenden Fahrgeschwindigkeiten und steigenden Anforderungen an die Leistung ein geringes Verschleißverhalten z. B. durch HDVarianten der Werkzeuge immer wichtiger. Um hier zudem die Standzeiten zu reduzieren oder um ein Messerwechsel für unterschiedliche Einsatzbedingungen zu vereinfachen, wird beispielsweise ein Messerschnellwechselsystem mehr und mehr zum Standard. Die wartungsfreie Lagerung der Hacken reduziert zudem die Stillstandzeiten der Maschine.

Neben der Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen ist auch die mechanische Unkrautbekämpfung in der Reihe sehr wichtig. In diesem Zusammenhang muss die Aggressivität des Werkzeugs, wie z. B. der Fingerhacke, der Wachstumsphase der Reihenkultur beispielsweise durch Verändern des Anstellwinkels angepasst werden können.

Der hydraulische Einzelreihen-Parallelogrammaushub sorgt auch in Keilen und schräg zulaufenden Vorgewenden für geringste Beschädigungen der Nutzpflanze.

Neben der mechanischen Behandlung der Unkräuter in der Reihe gibt es zudem die Möglichkeit der Bandspritzung oder auch der Düngerausbringung während des Hackvorgangs. Durch die Kombination mit der Universal-Aufbausämaschine GreenDrill ist auch die Ausbringung von Zwischenfrüchten, Feinsaatgut und Mikrogranulat über Prallteller hinter den Hackaggregaten möglich.

Vorteile des Hackens
Neben der mechanischen Unkrautbekämpfung und der damit verbundenen Einsparung von Pflanzenschutzmitteln und der Möglichkeit auch resistente Unkräuter erfolgreich zu bekämpfen, bietet das Hacken weitere Vorteile. Durch das Hacken können Verkrustungen des Bodens aufgebrochen werden, wodurch die Durchlüftung des Bodens und damit das Wurzelwachstum gefördert wird. Durch das Öffnen des Bodens wird die Wasseraufnahmefähigkeit deutlich verbessert. Auf der anderen Seite wird durch die Bearbeitung die Kapillarität gebrochen und die Verdunstung von Bodenwasser reduziert. Der bearbeitete Boden erwärmt sich schneller und fördert so die Jugendentwicklung einer Frühjahrskultur.

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