Neue Generation: Der Anhängestreuer ZG-TS 01

Düngerschonendes TS-Streuwerk mit großer Schlagkraft

Der ZG-TS 01 ist mit dem neuen AMAZONE TS-Streuwerk ausgestattet. Das komplett aus Edelstahl gefertigte Streusystem ist auf eine besonders lange Lebensdauer ausgelegt. Unterschiedliche Streuschaufeleinheiten lassen sich schnell und einfach über ein Wechselsystem austauschen. Der hydraulische Streuscheibenantrieb sorgt für konstante Scheibendrehzahlen unter allen Einflüssen und somit für maximale Präzision. Je nach Düngersorte sind Arbeitsbreiten bis zu 54m sowie Ausbringmengen bis zu 10,8 kg/s bzw. 650 kg/min möglich. Die Kombination aus Ausbringmenge, maximaler Arbeitsbreite und Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h ermöglicht eine sehr hohe Schlagkraft. Für das Normalstreuen (große Wurfweite) und das Grenzstreuen (einseitig reduzierte Wurfweite) werden mit dem sogenannten AutoTS-System unterschiedliche Streuschaufeln aktiviert, ohne dass der Fahrer von der Traktorkabine absteigen und ohne dass ein Scheibenwechsel stattfinden muss. Mit dem TS-Streuwerk werden auf der einen Seite stabile Streubilder mit sehr großen Überlappungen erzielt. Auf der anderen Seite werden Grenzstreubilder mit sehr steilen Flanken erzeugt, wodurch die volle Düngermenge noch näher an die Grenze gebracht wird. Kurzum: Optimal komfortabel, maximal düngerschonend, ohne Kompromisse schlagkräftig.
Der ZG-TS verfügt über die Teilbreitenschaltung DynamicSpread mit der Möglichkeit, in Keilen bis zu 128 Teilbreiten zu schalten. Des Weiteren kann der Streuer mit der Streufächerüberwachung ArgusTwin und WindControl ausgestattet werden.

Spurtreue Achsschenkellenkung
Ein maximaler Lenkwinkel der Lenkachse von 28° ist ein Maßstab, den man bisher nur in der Pflanzenschutztechnik kennt. Nun stellt AMAZONE auch seine neuen Großflächenstreuer mit genau dieser Lenkachse vor. Das bedeutet: Kunden, die über eine gezogene Feldspritze mit Lenkung verfügen, um ihren Bestand bestmöglich zu schonen, können nun mit dem neuen ZG-TS 01 demselben Spurverlauf folgen. Bei einer Spurweite von 1.800 mm und einer Reifenbreite von 520 mm ist bereits ein spurtreuer Nachlauf möglich. Die automatische Lenkung, die in die ISOBUS-Software des ZG-TS integriert ist, ermöglicht sogar das Gegenlenken am Hang. Sobald der Streuscheibenantrieb deaktiviert ist und eine Geschwindigkeit von 25 km/h überschritten wird, schaltet sich die Lenkung automatisch ab und gewährleistet einen sicheren Straßentransport bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h.

Hybrides Antriebssystem
Eine weitere Innovation ist das hybride Antriebssystem. Damit der ZG-TS maximal variabel ist, werden das Streuwerk, der Bandboden und die Lenkung hydraulisch angetrieben bzw. gesteuert. Um auch kleinere Traktoren als Zugmaschine verwenden zu können, stehen optional zwei Antriebssysteme zur Wahl. Zum einen das klassische, traktorbasierte Load-Sensing-Hydrauliksystem oder das neue Hybridsystem. Beim Hybridsystem werden mit Hilfe einer 2-Pumpen-Druckwaage etwa zwei Drittel der Ölleistung des Load-Sensing-Systems des Traktors verwendet und das weitere Drittel von der Bordhydraulik des Streuers erzeugt. Dafür wird eine am Streuer montierte Hydraulikpumpe direkt über die Zapfwelle des Traktors angetrieben. Dieses Hybridsystem ermöglicht den Einsatz kleinerer Traktoren und ist zugleich deutlich günstiger als klassische Bordhydrauliksysteme.

Abdeckrollplane
Die von den Anbaustreuern bekannte Abdeckrollplane ist ab sofort auch für den ZG-TS 01 erhältlich. Mit Hilfe eines doppeltwirkenden Steuergeräts lässt sich die Plane schnell, komfortabel und sicher von der Traktorkabine ein- und ausrollen. Durch den Einsatz einer Feder ist sie im ausgerollten Zustand straff gespannt und liegt eng am Behälter an, sodass dieser dicht verschlossen ist. Im eingerollten Zustand ist die Abdeckrollplane eng aufgerollt. Dies sichert eine größtmögliche Behälteröffnung für eine problemlose Befüllung des Streuers und verhindert zugleich Falten, in denen sich Wasser, Schmutz oder Dünger ansammeln könnten.
Anhängewiegestreuer ZG-TS ProfisPro – Der erste seiner Art
Wiegesysteme ermöglichen eine automatische Regelung der gewünschten Ausbringmengen über die Dosierschieber. Dabei wird die Mengendifferenz zwischen zwei Messungen in Relation zur Ausbringfläche gesetzt und so ermittelt, ob die aktuelle Schieberposition angepasst werden muss. Beim Anhängestreuer sind im Vergleich zum Anbaustreuer die Behälter deutlich größer und schwerer, während die Ausbringmengen in kg/ha gleich sind. Die große technische Herausforderung liegt darin, den Konflikt aus ausreichender Stabilität und einem empfindlichen, zur Regelung geeigneten Messsignal aufzulösen.
Bei dem neuen rahmenintegrierten Wiegesystem des angehängten Düngerstreuers ZG-TS ProfisPro wird der Behälter mit seinem Rahmen über vier an den Eckpunkten angebrachte Wiegemesszellen mit einem separaten Fahrrahmen verbunden. Dadurch gibt es keinen Wiegemesspunkt mehr, der durch die Zugkräfte der Zugmaschine beeinflusst wird. Ein zusätzlicher Neigungssensor kompensiert die Neigung der Maschine in Hanglagen. Damit sind alle Voraussetzungen für hochfrequente Online-Wiegungen erfüllt, sodass der ZG-TS ProfisPro der erste gezogene Düngerstreuer mit Online-Wiegefunktion ist.
Das Signal der Online-Wiegefunktion wird gleich intelligent für mehrere Funktionen genutzt. So dient es nicht nur für die ständige Online-Kalibrierung der Ausbringmengen, sondern auch für ein intelligentes Befüll-Management sowie für eine sichere Bremskraftregelung bei schnellen Straßenfahrten.

Die unterschiedlichen Funktionen des ­Online-Wiegesystems ProfisPro in der Übersicht

1. Online-Kalibrierung
Das Wiegemesssignal dient zur Online-Kalibrierung der Ausbringmengen, um stets eine korrekte Einstellung des Dosierschiebers zu erreichen. Was beim Anbaustreuer bereits seit Jahren erfolgreich und mit hoher Genauigkeit arbeitet und eine hohe Akzeptanz bei den Landwirten hat, kann jetzt dank des neuen, zugkraftunabhängigen Wiegesystems auch beim gezogenen Mineraldüngerstreuer genutzt werden.

2. Befüll-Management
a. Ermittlung der für Restflächen notwendigen Beladung
Durch die stetige Messung der Restmengen im Behälter werden in Abhängigkeit von der eingestellten Arbeitsbreite automatisch die Restfläche und Reststrecke ermittelt, die noch gestreut werden können. Auf diese Weise lassen sich unnötige Leerfahrten auf dem Feld vermeiden. Die Wiegetechnik sorgt zugleich dafür, dass auch ohne Nutzung einer externen Waage genau die jeweils gewünschte Menge zugeladen wird. Auf diese Weise kann z. B. die für eine Restfläche benötigte Menge sehr exakt nachgefüllt werden, sodass es nicht mehr zu unnötig großen Restmengen im Behälter kommt.

b. Optimale Ladungsverteilung
Zur effektiven Nutzung des 10.000 l Behältervolumens gilt es bei besonders schweren Düngersorten (z. B. Esta Kieserit 1,35 kg/l), die Gewichtsverteilung in der Maschine zu beachten. Um die gegebenen Grenzen der Straßenverkehrsordnung für Stütz- und Achslasten einzuhalten, ist es je nach Düngersorte erforderlich, im vorderen Bereich des Düngerstreuers mehr Volumen als im hinteren Bereich einzufüllen. Das Wiegesystem ist in der Lage, dem Anwender anzuzeigen, welche Lasten jeweils auf der Achse und auf der Deichsel ruhen. Dies schließt subjektive Fehleinschätzungen aus und ermöglicht stets eine straßenverkehrsrechtlich-einwandfreie Fahrt.

3. Regelung der Bremskraft
Um auch bei hohen Geschwindigkeiten und unterschiedlichen Beladungszuständen sicher auf der Straße unterwegs zu sein, muss eine automatisch lastabhängige Bremskraftregelung erfolgen. Beim neuen ZG-TS 01 nutzt AMAZONE dafür ein elektronisches Bremssystem (EBS). Dieses Bremssystem erhält das Signal zur Ermittlung der lastabhängigen Bremskraft ebenfalls von der neuen Online-Wiegeeinrichtung. Da das Wiegesystem fortlaufend die im Behälter befindliche Menge ermittelt, passt sich die daraus abgeleitete Bremskraft automatisch an. Auf diese Weise kommt es in allen Lastbereichen zu einer sehr feinfühligen Bremsung. Hiermit erfüllt der ZG-TS 01 auch die Vorgaben der neuen EU-Typgenehmigung.